Fridays for Future: Ignoranz und Arroganz der Polit-Anachronisten

In all den Jahren als Pendler habe ich eine sehr spezielle Beziehung zur Münchner S-Bahn entwickelt. Pannen und Zugausfälle in nervtötender Zuverlässigkeit. Und die Antwort auf die Frage, ob die Bahn denn heute mal pünktlich kommt, kann man am Bahnsteig auswürfeln. Aber ich habe das Pendeln auch zu schätzen gelernt, denn die S-Bahn ist immer auch Resonanzraum für Themen, die einen Journalisten im Wortsinn beschäftigen.

Und so saßen mir kürzlich von Isartor bis Feldkirchen in der S2 zwei rüstige Damen gegenüber, die sich über die „Fridays for Future“-Demo unterhielten. Im Grunde waren sie sich einig, fanden den Unterrichtsboykott der Schüler gut. Und eine der Damen kannte Herbert Grönemeyer. „Der hat schon recht gehabt mit dem ‚Kinder an die Macht‘.“

Das war wohlwollend gemeint, ist bei genauerer Betrachtung aber tatsächlich grundfalsch.

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Europa, verdammt noch mal, Europa!

Was passiert hier gerade? Was… tun wir?

Wie schnell konnten wir vergessen?

Oder ist es gar viel schlimmer? Wir haben nicht vergessen. Uns ist die Erinnerung nur scheißegal.

Egal die Verantwortung, das Fanal der Vergangenheit, dem wir uns für alle Zukunft verpflichten wollten.

Gemeint sind 80 Millionen Tote, eher mehr. Zwei Weltkriege, der Holocaust, zu viele entsetzliche Lehren – und eine Chance: Europa.

Wir aber zeigen auf erbärmliche Weise, dass wir diese epochale Chance nicht verdienen.

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