Europa, verdammt noch mal, Europa!

Was passiert hier gerade? Was… tun wir?

Wie schnell konnten wir vergessen?

Oder ist es gar viel schlimmer? Wir haben nicht vergessen. Uns ist die Erinnerung nur scheißegal.

Egal die Verantwortung, das Fanal der Vergangenheit, dem wir uns für alle Zukunft verpflichten wollten.

Gemeint sind 80 Millionen Tote, eher mehr. Zwei Weltkriege, der Holocaust, zu viele entsetzliche Lehren – und eine Chance: Europa.

Wir aber zeigen auf erbärmliche Weise, dass wir diese epochale Chance nicht verdienen.

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Lieber Fatih, Du fragst, ob Du Deutscher sein darfst – ich will Dir antworten

„Ich bin in München geboren.“

Mit diesen Worten beginnt ein bemerkenswerter Text von Fatih Demireli.

Der Chefredakteur und Herausgeber des Sportkulturmagazins „Socrates“ hatte ihn im Zuge der Debatte um Mesut Özil und Ilkay Gündogan verfasst. Eine Debatte, die politisch aufgeladen und weder von Spielern noch dem DFB je aufgearbeitet worden war. Als Folge entkoppelte sie sich nach dem WM-Aus von der Sachlichkeit und eskalierte in stumpfem Alltagsrassismus, der mit erschreckender Selbstverständlichkeit öffentlich wurde. Fatih Demireli verweist auf seine deutsche Staatsbürgerschaft und seine türkischen Wurzeln und schließt mit der Frage: „Darf ich Deutscher sein?“

Ich wollte diese Frage nicht unbeantwortet lassen, sie hat eine klare Antwort verdient – und darüber hinaus der klaren Worte mehr.

Lieber Fatih,

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Deutschland ist in Gefahr – die Bedrohung ist ernst

Liebe Bundesregierung,

nur eine Kleinigkeit, die im Alltag allerdings schwer ins Gewicht fällt, weil sie im Gegensatz zu diffusen Ängsten doch sehr real ist.
Ihr von der CSU habt recht, Deutschland ist dem Untergang geweiht, der Rechtsstaat schafft sich ab.

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Asylstreit: Die CSU tappt in die AfD-Falle

Es ist ein beispielloses Schauspiel, welches das bayerische Volkstheater CSU unter ihrem Intendanten Horst Seehofer dieser Tage in Berlin aufführt.

Eine historische Posse, die alles in den Schatten stellt, was sich einst Franz Josef Strauß an Streitigkeiten mit der CDU unter Helmut Kohl geleistet hatte.

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WM 2018, Deutschland und die AfD: Schland unter!

Wenige Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft macht mir ein Anachronismus zu schaffen. Ein Widerspruch der Emotionen, das Ringen zwischen der Nüchternheit von Heute und der Leidenschaft von einst.

Da sind die Erinnerungen. Sie riechen nach Gartengrill und den “Atika“-Zigaretten meines Vaters, schmecken nach Karamalz und Ed von Schleck. Panini-Bildertausch im Klassenzimmer, die “Hand Gottes“ 1986 und Guido Buchwald, der ihr vier Jahre später auf die Finger klopft.

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Horst Seehofer und der Islam: Viva la Reconquista!

 

Horst Seehofer sagt, es sei eine „große Aufgabe“, die Spaltung Deutschlands zu überwinden.

Worauf er dabei abzielt, ist kein Geheimnis.

Die vollständige Rückeroberung der konservativen Deutungshoheit von der AfD ist schließlich eine Obsession der CSU.

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Wie Nacktbaden im Baikalsee

 

Wie geil war das denn?!

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft wirft erst Topfavorit Schweden aus dem Turnier und schickt dann Topfavorit Kanada nach Hause.

Der krasse Außenseiter steht im Finale der Olympischen Spiele von Pyeongchang.

Wer darauf gewettet hat, hat nicht mehr alle Latten am Zaun – oder ist Brite.

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Politik und Lobbyismus: Eine „Große Koalition“

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In der Schweiz hat sich das Volk nun also entschieden: Dagegen!

Gegen eine Deckelung von Managergehältern auf das maximal Zwölffache der geringsten Entlohnung innerhalb eines Unternehmens.

Ich fand dieses Konzept der Initiative „1:12“ durchaus interessant und auch schlüssig, da sich die Auswüchse in der Spitze nicht mehr nachvollziehbar mit der großen Verantwortung von Vorständen rechtfertigen lassen. In meinen Augen ist die Debatte über Managergehälter in Deutschland allerdings überschätzt und nichts anderes als eine populistische Nebelkerze, die aktuell gerade wieder im Rahmen der Koalitionsverhandlungen entzündet wurde.

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Ein laues Lüftchen nach dem Sturm

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Eines vorweg: Ich finde es gut, dass die Bundesregierung in einer ersten Soforthilfe 500.000 Euro für die Taifun-Opfer auf den Philippinen zur Verfügung stellte.

Und ich finde es noch besser, dass sie nun noch mal mit einer Million Euro nachlegt.

Am besten fände ich aber, wenn hier mit der gleichen Selbstverständlichkeit und Generosität Not leidenden Menschen geholfen werden würde, wie man „Not leidenden Banken“ mit Abermilliarden von Euro geholfen hat, die persönliche Haftung für eine selbstverschuldete Megakrise auf die Steuerzahler abzuwälzen. Denn gemessen daran, sind die 1,5 Millionen Euro für die Philippinen ein laues Lüftchen nach dem Sturm.

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