Relotius: Die Reportage ist tot, lang lebe die Reportage!

Der Fall Claas Relotius ist beispiellos. Ich gebe zu, das ist eine Meinung, keine faktische Feststellung.

Denn natürlich kann niemand mit Gewissheit sagen, ob das geradezu kriminelle Erfinden eigener Realitäten im Genre der Reportage nicht doch System hat.

Die Auswüchse jedoch, wie sie Relotius zu verantworten hat, sollten einmalig sein. Ich kann allerdings verstehen, dass dem Genre nun eine gehörige Portion Misstrauen entgegengebracht wird.

Die Reportage gilt als Königsdisziplin des Journalismus, hier schreibt die Elite. Jedenfalls war das bis zum Skandal um Claas Relotius die vorherrschende Meinung innerhalb der Branche, die ihre schreibenden Helden mit Preisen dekorierte. Was nach Neid klingt, ist die Beschreibung von Tatsachen.

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